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Grundprinzipien eines individualisierten Deutschunterrichts 

Die folgenden Grundprinzipien beschreiben, wie Deutschunterricht so gestaltet werden kann, dass individuelle Lernwege möglich sind, ohne den gemeinsamen fachlichen Rahmen aus dem Blick zu verlieren

Eigene Texte als Ausgangspunkt des Lernens 

Die Texte der Kinder bilden die Grundlage für das Lernen im Deutschunterricht. In ihnen zeigen sich sprachliche Muster, individuelle Strategien, Unsicherheiten und bereits entwickelte Strukturen. 

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An diesen Texten setzt der Unterricht an: Sprachliche Strukturen werden nicht isoliert vermittelt, sondern im Zusammenhang mit eigenen Sprachprodukten erschlossen und weiterentwickelt. • 

sprachliche Muster erkennen 

individuelle Strategien sichtbar machen 

Unsicherheiten verstehen 

Strukturen gezielt aufbauen 

Ausgangspunkt: Eigene Texte als Grundlage des Lernens 

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Diagnose im Unterrichtsalltag

Diagnose ist Teil des Unterrichts und kein zusätzlicher Schritt. Sie entsteht fortlaufend im Unterrichtsgeschehen.

 

Grundlage ist das genaue Beobachten von Sprache im Gebrauch.

 

Lehrkräfte beobachten:

• Texte und sprachliche Äußerungen der Kinder

• sichere Strukturen und Unsicherheiten

• individuelle Strategien

• Fragen, die sich aus dem Tun der Kinder ergeben

 

Diagnose dient nicht der Bewertung, sondern der Planung nächster Lernschritte. Auf ihrer Grundlage werden Aufgaben, Materialien und Gesprächsanlässe ausgewählt. 

Individuelle Lernwege

Kinder lernen nicht zur gleichen Zeit am gleichen Gegenstand. Unterschiedliche Lernstände, Erfahrungen und Entwicklungsverläufe führen dazu, dass sie zu verschiedenen Zeitpunkten an unterschiedlichen sprachlichen Phänomenen arbeiten.

 

Individuelle Lernwege ermöglichen:

• unterschiedliches Tempo

• unterschiedliche Schwerpunkte

• unterschiedliche Arbeitstiefe

 

Gleichzeitig bleiben alle Lernprozesse in einen gemeinsamen fachlichen Rahmen eingebettet.

 

Zentrale Begriffe, grundlegende Strukturen und gemeinsame Routinen sichern Anschlussfähigkeit und Orientierung.

 

Individuelle Lernwege führen so nicht zur Vereinzelung, sondern bleiben Teil eines gemeinsamen Lernzusammenhangs. 

Offene Aufgaben

Offene Aufgaben schaffen Raum für unterschiedliche Zugänge.

 

Offene Aufgaben:

• bieten einen gemeinsamen Ausgangspunkt

• ermöglichen verschiedene Lösungswege

• machen unterschiedliche Arbeitstiefen sichtbar

 

Auf Grundlage der Diagnose werden Aufgaben und Materialien passgenau ausgewählt. Kinder arbeiten nicht alle an derselben Aufgabe, sondern an Aufgaben, die ihrem aktuellen Lernstand entsprechen und zugleich fachlich anschlussfähig bleiben. 

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Forschendes Lernen als Grundhaltung

Lernen wird als Denkprozess verstanden.

 

Kinder werden angeregt,

 

• Sprache aufmerksam zu beobachten

• Muster zu entdecken und zu vergleichen

• Vermutungen zu formulieren

• ihre Erkenntnisse zu überprüfen und anzuwenden

 

Sprache wird nicht nur angewendet, sondern auch Gegenstand des Nachdenkens. Sprachliche Strukturen und grammatische Zusammenhänge werden dabei als Werkzeuge erfahrbar, mit denen Kinder ihre eigenen Texte verstehen und weiterentwickeln. 

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Sprachforschergespräche – gemeinsame Lernräume 

Gemeinsames Lernen entsteht im Austausch über Sprache. In Sprachforschergesprächen werden individuelle Lernwege zusammengeführt. Kinder stellen ihre Entdeckungen vor, vergleichen Beispiele und klären Begriffe gemeinsam. 

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Sprachforschergespräche ermöglichen:

 

• Austausch über unterschiedliche Entdeckungen

• gemeinsame Begriffsbildung

• Lernen voneinander – auch bei unterschiedlichen

 

Schwerpunkten Gemeinsames Lernen entsteht dabei nicht durch Gleichzeitigkeit, sondern durch die gemeinsame Aufmerksamkeit für Sprache. 

Sprachforschergespräche
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