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Lernen Inklusiv.

Schreiben

Das Konzept Lernen Inklusiv knüpft im Bereich Schreiben bewusst an die Schreibdidaktik von Beate Leßmann an.

Zentrale Elemente wie regelmäßige Schreibzeit, individuell bedeutsame Themen und das Ernstnehmen eigener Texte bilden die Grundlage des Unterrichts.

Freies Schreiben ermöglicht es Kindern,

  • eigene Gedanken und Erfahrungen sprachlich zu gestalten

  • sich als schreibende Persönlichkeiten zu erleben

  • und Verantwortung für den eigenen Text zu übernehmen

Diese Grundidee wird im Konzept Lernen Inklusiv aufgegriffen und im Sinne einer individualisierten Lernbegleitung weitergeführt.

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Texte als Ausgangspunkt für weiteres Lernen


Wie im Schreibkonzept von Beate Leßmann stehen auch hier die Texte der Kinder im Mittelpunkt.
Sie werden nicht nur gelesen, sondern als Grundlage für Beobachtung, Rückmeldung und Weiterarbeit genutzt.
Lernen Inklusiv verbindet diese Perspektive zusätzlich mit einer systematischen Begleitung individueller Lernwege:
Texte dienen als Ausgangspunkt für weitere Lernimpulse, differenzierte Aufgaben und gezielte Unterstützung.

Freies Schreiben im Deutschunterricht

Ein fester Rahmen:
Die wöchentliche Schreibzeit


Freies Schreiben entfaltet seine Wirkung nicht zufällig,
sondern innerhalb eines verlässlichen Rahmens.

Eine regelmäßig verankerte Schreibzeit – idealerweise einmal pro Woche –
schafft Kontinuität und Verbindlichkeit.

Kinder wissen:
Es gibt einen festen Zeitpunkt, an dem sie schreiben dürfen,
an dem ihre Gedanken Raum bekommen
und an dem nicht eine vorgegebene Lösung im Mittelpunkt steht.

Diese Verlässlichkeit ist entscheidend.
Sie signalisiert: Schreiben ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil des Unterrichts

Ein fester Rahmen:
Das Schreibtagebuch

Das Schreibtagebuch ist mehr als ein Heft.
Es ist ein persönlicher Schreibraum, in dem eigene Gedanken, Erlebnisse, Fragen und Fantasien Platz haben.


Hier gibt es keine vorgegebenen Themen und keine unmittelbare Bewertung, sondern eine bewusste Einladung zum Schreiben.

Diese Einladung bedeutet:

  • Kinder wählen ihre Themen selbst.

  • Sie schreiben aus ihrer Lebenswelt heraus.

  • Sie formulieren in ihrem eigenen Tempo und auf ihrem sprachlichen Niveau.

Gerade durch diese Offenheit entstehen Texte,
in denen Kinder Sprache so verwenden, wie sie sie wirklich beherrschen.

Das Schreibtagebuch dokumentiert diese Entwicklung über längere Zeit.
Es ermöglicht der Lehrkraft einen differenzierten Einblick in individuelle Lernstände
und macht sprachliche Fortschritte sichtbar.

So verbindet die regelmäßige Schreibzeit Selbstbestimmtheit mit Lernbegleitung –
und schafft eine tragfähige Grundlage für weitere sprachliche Arbeit.

Freies Schreiben als Diagnose

Die Texte im Schreibtagebuch zeigen, wie Kinder Sprache tatsächlich verwenden.

Sie machen sichtbar:

  • Wortwahl und Satzstrukturen

  • Strategien beim Formulieren

  • typische Unsicherheiten

  • individuelle Ausdrucksweisen

Im Gegensatz zu isolierten Übungen entsteht hier ein realistisches Bild sprachlicher Kompetenzen.

Freies Schreiben ist daher ein besonders wertvolles Diagnoseinstrument:
Es verbindet authentische Sprachproduktion mit kontinuierlicher Beobachtung.

Grundlage für weiteres Lernen

Aus den freien Texten ergeben sich konkrete Lernanlässe.

Sprachliche Phänomene, die in den Texten auftreten,
können aufgegriffen, gemeinsam untersucht und weiterentwickelt werden.

 

So entsteht ein Kreislauf:

Schreiben → Beobachten → Reflektieren → Weiterentwickeln.

Bedeutung im inklusiven Unterricht

Gerade in heterogenen Lerngruppen ermöglicht die regelmäßige Schreibzeit eine individuelle und gleichzeitig gemeinschaftliche Lernbasis.
Jedes Kind schreibt auf seinem Niveau.
Und dennoch entstehen gemeinsame Gesprächsanlässe, gemeinsame Reflexionsmomente und gemeinsame Lernschritte.

So wird Schreiben zu einem Raum, in dem individuelle Entwicklung sichtbar und begleitbar wird.

© Lernen Inklusiv. 2026
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